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Das Salz muss raus! Über 200 Paddler aus ganz Deutschland demonstrierten gegen Werra-Versalzung Gerstungen/Hörschel. Das Salz ist Schuld - ein aktuelles Gutachten des Instituts für Gewässerökologie und Fischereibiologie Jena belegt eindeutig den Zusammenhang zwischen dem Rückgang der Artenvielfalt und der Salzeinleitung der K+S AG in die Werra. Immer noch werden dadurch über 450 Kilometer Flusslauf von Werra und Weser massiv geschädigt.
Über 200 Paddler aus zwölf Landes-Kanuverbändenund rund 50 Vereinen vom tiefen Süden bis zum hohen Norden Deutschlands bekundeten ihre Empörung über die Salzeinleitungen der K+S AG in die Werra, darunter DKV-Vizepräsident Freizeitsport Hermann Thiebes sowie die Präsidenten des Landes-Kanuverbände Baden (Hajo Popken) und Bremen (Norbert Köhler). Auch Vizepräsidentin Sigrid Straub (Bayern), Stefan Grunewald (Referent Umwelt des Hessischen Kanu-Verbandes) und vom Thüringer Kanu-Verband Wanderwart Jürgen Schilling und Umweltreferentin Helge Birnstiel demonstrierten für eine saubere Werra nach der EG-Wasserrahmenrichtlinie. Doch auch rund 200 Bürger machten ihrem Unmut über die Entsorgungspraxis Luft.
nicht verringert, meinte er, aber es gab doch kleine Erfolge: Gegen den Willen der Kali+Salz und der Thüringer Behörden habe man ein Verbot durchgesetzt, weiterhin Lauge in den Untergrund (Plattendolomit) zu versenken. „Das Salz muss raus“ – Gemeinsam mit einem Paddler (Walter Mutterer vom KC Donauwörth) übergab Hartung der Werra eine Flaschenpost mit Botschaften.
Freiwillig geht in dieser Salzlauge niemand baden. Einige Demo-Teilnehmer der Linken machten den ultimativen Soforttest zu den Folgen eines Bade-Unfalls, als sich ihr selbst gebasteltes Floß auf der Werra in Selbstgefallen auflöste (ohne Einflussnahme der K+S AG) ...
Denn zum Abschluss der Protestaktion ließen die Paddler und viele andere Demonstranten ihre Boote zu Wasser und paddelten die Werra abwärts. Dass als symbolisches Zeichen der Hoffnung ein Schwarm Brieftauben gen Himmel stieg, haben viele von ihnen schon gar nicht mehr bemerkt. Aufbruchstimmung auf dem Wasser – Aufbruchstimmung und Umdenken auch in der Politik? Die Gemeinde Gerstungen und der Kanu-Club Rennsteig werden jedenfalls nicht nachlassen, weiter für eine saubere, salzfreie Werra zu kämpfen. Fotos: Philipp Cerny, Sigrid Straub / Bericht Uschi Zimmermann |